Jahresabrechnung

Aus § 28 Abs. 3 WEG ergibt sich die Verpflichtung für den Verwalter, nach Ablauf eines Kalenderjahres eine Abrechnung aufzustellen. Die Abrechnungsverpflichtung hat eine Doppelfunktion:

Sie verpflichtet zum einen den Verwalter, sämtliche tatsächlich geflossenen Einnahmen und Ausgaben darzustellen, damit die Gemeinschaft eine Kontrolle über die Finanzen hat. Zum anderen dient die Jahresabrechnung der Verteilung der im Abrechnungszeitraum tatsächlich entstandenen Kosten auf die jeweiligen Eigentümer, und zwar auf Grundlage des vereinbarten Verteilungsschlüssels. Im Gegensatz zu einer Bilanz stellt die Jahresabrechnung des Verwalters bis auf wenige Ausnahmen nur den tatsächlichen Mittelfluss dar. In die Jahresabrechnung sind daher alle tatsächlichen Einnahmen und tatsächlichen Ausgaben aufzunehmen. Auch von einem Vorverwalter zu Unrecht bezahlte Rechnungen müssen daher in die Abrechnung aufgenommen werden. Der Streit, ob eine Rechnung zu Recht bezahlt wurde oder nicht, ist kein Streit über die Jahresabrechnung, sondern eine Frage etwaiger Schadensersatzansprüche der Gemeinschaft gegenüber dem Verwalter. Sind also zu Unrecht Ausgaben getätigt worden, führt das nicht zur Unrichtigkeit der Abrechnung, kann aber der Entlastung des Verwalters entgegenstehen.

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